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So fing alles an

Rechts auf dem Foto der 1. Wehrleiter der Feuerwehr Thale, Kantor Wilhelm Gropp

Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Thale

Amtszeit Name Dienstgrad
1886 - 1929 Kantor Wilhelm Gropp Brandmeister
1929 - 1938 Felix Heydecke Oberbrandmeister
1938 - 1959 Gustav Stephan Brandinspektor
1959 - 1966 Willi Schatz Brandmeister
1966 - 1972 Heinz Hahne Oberbrandmeister
1972 - 1977 Detlef Köhler Oberbrandmeister
1977 - 1990 Rüdiger Hauf Oberbrandinspektor
1990 - 1993 Detlef Köhler Brandinspektor
1993 - 1999 Rüdiger Hauf Oberbrandinspektor
1999 - 2005 Peter Albrecht Hauptbrandmeister
2005 - Andreas Koch stv. BrFü

Historie Gestern - Heute - Morgen

111 Bürger gründeten 1886 die Freiwillige Feuerwehr unter dem damaligen Wehrleiter Kantor Gropp.Gezeichnet durch die unterschiedlichen politischen Epochen war die Entwicklung nicht immer einfach. Aber dennoch fanden sich immer Bürger unserer Stadt, die sich aufopferten und den Einwohnern Schutz und Hilfe boten. Allen Kameradinnen und Kameraden sei gedankt für ihre stete Einsatzbereitschaft, denn ohne sie wäre es nicht möglich heute diese Feuerwehr zu präsentieren.

Übung auf dem Pfingstanger 1963

Die Entwicklung des Feuerlöschwesens in Thale

Veranlasst durch die schlechten Erfahrungen bei kleinen und größeren Bränden in unserem Kreisgebiet erließ der Landrat Schmal im Jahre 1822 ein Rund schreiben an die Gemeinden, das die Instandsetzung und die Erhaltung der Feuerlöschgeräte nicht außer Acht gelassen werden darf. Der Gemeinde Thale wurde aufgetragen, zwei Stück Wasserschöpfer mit langen Stangen anzuschaffen, die Feuereimer zu vermehren und an die Beschaffung einer Spritze bedacht zu sein. Auf Grund dieser Anordnung wurde ein Feuerpolizeidistrikt Thale gebildet, zu welchem 7 Ortschaften gehörten. Der Feuerpolizeikommissar Oberförster Eyber und sein Stellvertreter der Gutsförster Daude mussten ein sogenanntes Regulativ über Besetzen, damit kein Diebstahl geschehen konnte und hatten die geretteten Sachen zu verwahren. Sie waren besonders ausgezeichnet und ausgerüstet, sie trugen Überhänge, Pantoleure und kurze Säbel. Die 2. Kompanie bestand aus den jüngsten Mannschaften, vor allem Handwerker, die sich zum Klettern, zum Löschen und zum Einreißen der Gebäude eigneten. Entsprechende Ausrüstungen, wie Äxte, Beile und Einreißhaken trugen sie bei sich. Die Mannschaften der 3. Kompanie versahen den Spritzendienst, bildeten eine Eimerkette und schafften in den Feuereimern, die aus Leder oder aus geteertem Hanf bestanden, Wasser zur Spritze. Bis zum Jahre 1844 war der Oberförster Eyber Feuerwehrführer, dem sein Stellvertreter, Förster Daude, folgte. Daudes Stellvertreter war der Reitmeister Hilde brand. Spritzenmeister waren meist Handwerksmeister, so der alte Stellmacher David Neitzel, der Schlossermeister Gossmann und später der Kupferschmiede meister Nadler.1858 zeigte Daude dem Landrat an, daß die alte Thalsche Feuerspritze in einem sehr schlechten Zustand wäre; es handelte sich um eine hundertfünfzig Jahre alte Stoßspritze, deren Holzteile von Würmern zerfressen waren. Auf eine Aufforderung des Landrats Weihe zur Anschaffung einer neuen Spritze teilte der Schulze Zimmermann mit, daß die Gemeinde nicht in der Lage wäre, die Kosten von 266 Taler aufzubringen. Die alte Spritze solle durch den Meister Bethmann in Quedlinburg umgebaut werden. Bei Feueralarm, der durch Glockengeläut und Hörner ausgelöst wurde, mußte sich jeder Löschdienstverpflichtete mit seinem Löscheimer an der Brandstelle einfinden. Es ist verständlich, daß es bei einem Brande drunter und drüber ging, weil die Leute wenig oder gar nicht im Löschdienst geübt waren. Bei dem großen Brand im Jahre 1878, wo es in der Nacht an zwei Stellen brannte, und zwar im Würfel bei Mutter Lange und dann beim Schulzen Zimmermann am Schänkeplatz herrschten gerade zu unheilvolle Zustände. Die gab dem Landrat Stielow Veranlassung den Schulzen Worch aufzufordern, an die Einrichtung einer Wehr und an die Beschaffung einer neuen Spritze zu gehen. So schnell ging das aber nicht, weil die Gemeinde keine Mittel dafür hatte. Mit Beihilfen von verschiedenen Versicherungsgesellschaften wurden 1885 eine vierrädrige Landspritze mit einem Löschwasserkasten und eine zweirädrige Zubringerspritze angeschafft. Bis zur Anschaffung der roten Magirusspritze 1935 standen diese beiden Spritzen im Ausbildungsdienst und im Einsatz zur Verfügung. Das alte Spritzenhaus hinter der Gemeindeschänke am Schänke platz war für die Aufnahme der Fahrzeuge und Geräte zu klein, und so wurde am oberen Ende des Bleicheplatzes ein neues Gerätehaus mit Steigerturm gebaut. Gleich zeitig wurde im Frühjahr 1886 eine neue Wehr auf freiwilliger Grundlage gebildet. Sie war 111 Mann stark und bestand wieder um aus drei Abteilungen, den Wassermannschaften, den Ordnungsmannschaften sowie den Spritzenmannschaften einschließlich der Steiger. Alle 11 Mann bekamen als Ausrüstung eine graue wollene Joppe, einen roten Gurt und einen Helm. Ihren Hauptmann wählte sich die Wehr selbst. Der erste war Kantor Gropp, der zum Zeichen seiner Würde auf dem Helm einen Haar schweif trug. August Nadler wurde Spritzenmeister. Jedoch ließen die Dienstbeteiligung und die Einsatzbereitschaft der Wehr mit der Zeit zu wünschen übrig. 1893 kam von oben der Befehl, die freiwillige Feuerwehr aufzulösen und eine Pflichtfeuerwehr zu bilden. Führer der neuen Wehr wurde Brandmeister Kantor Gropp, sein Stellvertreter der Zimmermeister Robert Worch. Die Angehörigen der Wehr, die sich aus allen Bevölkerungskreisen zusammensetzten, wurden zunächst auf 2 Jahre einberufen. Für ihre Tätigkeit bei Bränden wurden sie entschädigt. Nach Ablauf ihrer Verpflichtungszeit blieben viele Leute bei der Wehr. So entstand mit der Zeit eine freiwillige Pflichtfeuerwehr. Als 1908 die Mitgliedszahl stark zurückging, stellte sich der Männer-Turnverein unter der Führung von Felix Heydecke und Wilhelm Ziegler mit 22 Mann zur Verfügung und bildeten den 2. Zug. Felix Heydecke wurde stellvertretender Ortsbrandmeister. Die bisherigen Mannschaften der Wehr bildeten unter den Kameraden Peters und Kotte den 1. Zug.1929 übernahm Felix Heydecke als Oberbrandmeister die Führung der Wehr. Ms Brandmeister standen ihm die Kameraden Hermann Sperling und Bernhard Hahne zur Seite. Die Stärke der Wehr betrug 48 Mann einschließlich des Spielmannszuges unter Leitung des Kameraden Koch.Verschiedene größere Brände im Ort, wie zum Beispiel in den neunziger Jahren im Sägewerk Bienert, in der Bierbrauerei in der Schleifenbachstraße, der Saal der ,Grünen Tanne", die Ölmühle Bienert und die Holzwollefabrik Männicke bewiesen, daß die zwei Handdruckspritzen mit je 200 Liter Leistung nicht mehr den Anforderungen zur Brandbekämpfung genügten.1935 wurde die erste Magirus Motorspritze mit einer Wasserförderung von 800 Litern pro Minute angeschafft.1934 übernahm Felix Heydecke die Führung der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Quedlinburg. Sein Nachfolger für die Wehr Thale und stelivertretender Kreisführer wurde der Oberbrandmeister Gustav Stephan. Als Brandmeister standen ihm wieder die bewährten Kameraden Bernhard Hahne und Hermann Sperling und eine bodenständige Stamm-Mannschaft von 48 Mann zur Verfügung. Hermann Sperling wurde später durch den Brandmeister Hermann Schmidt ersetzt. Das rapide Anwachsen des Ortes und die seinerzeitigen Verhähnisse gaben Veranlassung, die Wehr auszubauen, daß sie jeden Anforderungen gewachsen war. Die dringendste Abänderung war der bisherige Handzug der schweren Motor- spritze durch ein motorisiertes Löschfahrzeug. 1939 wurden das Löschfahrzeug mit einer Löschwasserförderung von 1500 Litern pro Minute und ein kleineres Löschfahrzeug mit einer Tragkraftspritze von 800 Litern pro Minute angeschafft. Zuzüglich eines kompletten Hydrantengerätes und einer fahrbaren Leiter konnten 4 Löschgruppen oder 2 Züge mit vollständigem Ausrüstungsgerät eingesetzt werden. Die Stärke der Wehr betrug 80 Mann einschließlich der zum Feuerwehr dienstverpflichteten.1940 erhielt das große Löschfahrzeug seine Feuertaufe bei einem Großfeuer im Emaillierwerk des EHW Thale während eines Fliegeralarms. Der Einsatz wurde vom Werk hoch anerkannt und gut belohnt. Bei wiederholten Einsätzen im EHW und im Ort zeigten sich die gute Zusammenarbeit und die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen der Betriebsfeuerwehr und der Ortswehr. Nach dem Zusammenbruch des faschistischen Deutschlands war ein neuer Anfang erforderlich. Es mußte eine einsatzbereite und tatkräftige Freiwillige Feuerwehr gebildet werden, die den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen entsprach. Die Einsatzkräfte waren stark dezimiert, und so mußte in den ersten Nachkriegsjahren zeitweise die Pflichtfeuerwehr unter Leitung der Kameraden Gustav Stephan und Hermann Schmidt gebildet werden. Nach und nach konnten mit viel Mühe die Kriegs- und Nachkriegsschäden an den Löschfahrzeugen und dem Einsatzgerät beseitigt werden, dank dem Können und der Bereitschaft der bewährten Fahrer und Maschinisten Kamerad Otto Roloff und Karl Hahne. Mit der Zeit bildete sich wieder eine Stamm-Mannschaft besonders von jungen Kameraden, die sich bei allen Einsätzen bewährten. Unter der zielbewußten Leitung durch Oberbrandmeister Gustav Stephan und Brandmeister Willi Schatz als Wehrleiter hat sich die FF Thale ab 1956 erfolgreich stabilisiert.

So können die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Thale auf eine stolze Bilanz ihrer jahrzehntelangen erfolgreichen und durch die staatlichen Organe vielfach gewürdigten Tätigkeit zurückblicken. Die FF Thale erhielt die Anerkennung der Leistungsstufe III im Jahre 1970, der Leistungsstufe II im Jahre 1974 und der Leistungsstufe 1 1977.

1980 erhielt die FF Thale die staatliche Auszeichnung als Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr'. Dieser Titel wurde 1983 erfolgreich verteidigt und erneut verliehen. Die ständig verbesserten materiellen Bedingungen und die erhaltenen Anerkennungen der Leistungen der Kameradinnen und Kameraden trugen mit dazu bei, das sich das Kollektiv der FF Thale weiter festigte. So steht der FF seit 1972 das jetzige Objekt in der Karl-Marx-Straße zur Verfügung, mit dem vor bildliche Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung sowie für die sichere Unterbringung und Pflege der Technik geschaffen wurden. Im Jahre 1991 wurde das Gerätehaus im oberen Teil umgebaut. Es entstanden neue Sanitäranlagen, Schulungsraum, Leitungs- und Zugführerzimmer, ein Zimmer für den Stadtschirrmeister und ein Zimmer für die Jugendwehr. Eine kleine Küche wurde auch eingebaut. In den Fahrzeughallen wurde 1996 der Fußboden erneuert. In den 90ziger Jahren stufte man die FF Thale als Schwerpunktfeuerwehr ein. Die Technik die vorhanden war, wie ein TLF 16 und eine LF 16 mit Anhängetechnik reichten nicht mehr aus. Von der Stadt Thale wurde neue Technik beschaft. Der Fuhrpark der FF besteht aus 10 Fahrzeugen. Ein weiterer Höhepunkt in der Ausbildung der FF Thale ist die jährliche Wochenendschulung. Seit November 1996 gibt es den Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuer wehr Thale, kurz PRO Feuerwehr. Dieser Verein dient der Unterstützung der Tätigkeit der FF. Ein jahrelanger Traum des ehamaligen Stadtwehrleiters Rüdiger Hauf ging im April 1997 in Erfüllung. Es wurde ein gemeinsamer Spielmannzug Gernrode und Thale gegründet.